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22.06.2010 Der Bauernhof ruft ...

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Unser heutiger Mantrailing-Kurs findet auf einem Bauernhof statt. Als ich aus dem Auto rausspringe kommen mir unbekannte Düfte entgegen, und ich fange an zu schnuppern was das Zeug hält. Dies wird jäh unterbrochen, denn Frauchen zieht mir mein Brustgeschirr an und schickt mich direkt zum Geruchsobjekt und sagt „Trail“. „Ok, ich bin zum Arbeiten hier!“ Also starte ich los und begebe mich auf die Suche nach Heinz. Es geht über den Hof, vorbei am Wohnhaus des Bauernhofes, über die Terrasse und dann muss ich mich entscheiden, ob Heinz ins Wohnhaus gegangen ist oder ob er die Treppen in den Keller genommen hat. Ich wähle erst einmal den einfachen Weg und checke den Vorraum im Wohnhaus ab. Die Düfte hier sind unglaublich. Hier hängen Jacken, es stehen mind. 20 Paar Schuhe rum und Leinen von Hunden sowie Geschirre von Pferden hängen an der Wand. Aber eindeutig ist Heinz hier nirgends zu riechen. Also, ich nichts wie raus und ab die Treppen Richtung Keller. Tja, weder Frauchen noch ich haben jemals so einen Keller gesehen. Es ist eng, dunkel und niedrig und es riecht nach undefinierbaren Sachen. Ich höre Frauchen nur sagen: „Boah, nach was es hier alles riecht!“ Es gibt mehrere Türen, aber ich kann Heinz so gut riechen, das ich zielstrebig durch einen Türspalt gehe, den Gang entlang spurte und hinter einer Holztüre finde ich Heinz sitzend in einem Mostkeller. Frauchen freut sich wie die Schneekönigin, weil ich es so toll gemacht habe und Heinz hält mir meine Futterbox hin, die ich genüsslich, wohlweislich verdient, ausschlecke.

Danach geht’s wieder raus und Frauchen und ich müssen uns noch ein wenig gedulden, weil unsere Trainerin Sandra, gleich das nächste Opfer Lisa verstecken möchte. Nach einer Weile kommt sie wieder und meint: „Das ist jetzt echt gemein, wo ich Lisa versteckt habe, aber Aragorn traue ich das zu“. Ich starte den Trail, indem ich Lisas Duft anschnuppere und spurte dann sofort los. Es geht durch den Vorraum des Wohnhauses und zack nach rechts durch einen leicht geöffneten Türspalt. Frauchen steht noch vor der Türe und als ich es„muhen“ höre, drehe ich sofort wieder um und glotze mein Frauchen entsetzt an. Frauchen ignoriert es und reagiert darauf mit: „ Wo ist sie?“. Naja, das wollte ich nicht hören, aber ich wage es trotzdem und gehe nun in den Kuhstall. Ein intensiv stinkender Geruch kommt mir entgegen, rechts liegt Kuhmist, daneben reihen sich gaaaaaaaaaaaanz viele Kühe, deren Ketten klappern und weil sie sich so freuen, das sie mich sehen, fangen die Kühe an, ein gemeinsames „Muhlied“ zu singen. Ich bin ein wenig verunsichert und laufe langsamer als sonst an den Kühen vorbei, vergesse dabei jedoch nicht, das ich Lisa suchen muss. Fast am Ende des Stalles habe ich ihren Duft wieder ganz doll in der Nase und ich spurte los, weil ich sie jetzt auch noch sehe. Ich werde wieder ausgiebig gelobt und auf dem Rückweg durch den Stall, laufe ich nun ganz sicher neben Frauchen her. Alle waren sehr begeistert, wie mutig ich war und Frauchen war stolz wie Bolle.

Nachdem Sandra zufrieden ist, die anderen total begeistert sind und Frauchen wie ein Honigkuchen strahlt, springe ich nach getaner Arbeit mit stolz geschwellter Brust zurück ins Auto.

Es grüßt Euer kuhgeprüfter Aragorn

 

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