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19.02.2010 Ich bin gut drauf:

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Freitag, 14.00 Uhr. Mein Frauchen schnipselt in der Küche Saitenwürstchen und Käse. Sie packt alles samt Clicker in ihre Jackentasche und ehe ich mich versehen kann, sind wir schon mit dem Auto unterwegs. Zu meiner großen Freude entdecke ich nach 4 Wochen Abstinenz sofort “meinen Arbeitsplatz”. Diese Freude bekommt auch Frauchen zu spüren. Ich ziehe sie mit meinen stattlichen 45 kg Richtung Hundeplatz. Dass ich sie durch Schlammlöcher und vereiste Schneeflächen ziehe, bemerke ich dabei gar nicht. Alle meine Mitschüler sind schon da, stehen samt ihren Herrchen und Frauchen in einer Reihe und es geht sofort los. Erste Übung “Ablage und Entfernen”. Eine Leichtigkeit für mich und Frauchen hat nicht einmal was zu meckern. Sie kommt zurück und ich muss in die “Fussgrundstellung”. Nun dauert es ewig, weil jemand anderes was erklärt bekommt und ich zeige meine Langeweile durch häufiges und lautes Gähnen. Dann bin ich endlich wieder dran. Ich laufe “Fuss”, mache “Sitz und Platz aus der Bewegung” und baue ein paar Kehrtwendungen ein. Tina, die Trainerin und mein Frauchen sind sehr zufrieden und murmeln schon wieder was von Prüfung. Jetzt sind die anderen wieder dran. Anstatt, dass ich wie üblich ruhig bei Frauchen stehe, lasse ich mir was ganz besonders einfallen. Ich springe mehrmals an Frauchen hoch (sie ist entsetzt, denn sowas mache ich nie), fange an mit ihrem Stiefel zu spielen (sie ist entsetzt, denn sowas ....), buddel wie verrückt ein Loch (sie ist entsetzt, denn sowas ...), versuche ein Zerrspiel mit Frauchen und der Leine (sie ist entsetzt, denn sowas ...) und ziehe Frauchen Richtung Gebüsch, Baum und Sonstiges (das kennt sie von mir). Ich merke wie Frauchens Blutdruck steigt und sie ein scharfes “jetzt ist Schluss” von sich gibt. Nach diesem schönen Spiel mit Frauchen sind wir wieder dran. Ich soll meinen Jumper unter Plastiktöpfen suchen, indem ich meine Nase benutze. Aber ich renne einfach drauf los, schmeiß alle Töpfe um und finde auch so meinen Jumper. Frauchen findet mich zu diesem Zeitpunkt nur noch doof. Damit sie nicht ganz ausflippt, mache ich es beim nächsten Mal richtig. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem es ganz viele Leckerli gibt. Ich setze ganz oft meine Pfote auf ein kleines rundes Ding und schon fliegen die Leckerlis. Als nächstes bemerke ich, wie die “Box” fertig gemacht wird. Ich kann es wie immer nicht abwarten und setze mich perfekt neben Frauchen, fixiere die Box und warte darauf dass die Trainerin Kommando ruft. “Kommando” da ist es und ich stürme los. Plötzlich ein Ruck an der Leine und ein Frauchen das “Nein” ruft. “Ach so, ich war gar nicht dran!” Dann warte ich halt, zeige aber meine Ungeduld durch nerviges Winseln (Frauchen ist entsetzt, denn sowas ....). Nun bin aber ich dran. Ich renne so schnell ich kann in die Box, mache Platz (nicht so schnell wie ich könnte) und als Frauchen mich wieder abruft, komme ich sofort in Fussposition. Das machen wir ein paar mal und Frauchen ist wieder sehr zufrieden mit mir. Leider ist die Stunde schon vorbei, aber zum Glück treffe ich mich gleich mit meiner Freundin Pixel und deren Frauchen Petra zum Laufen.

Eine halbe Stunde später, treffe ich auf Pixel. Ich begrüße sie schnell Pixel und ab gehts für mich in den Wald. Ach herrje, ich höre Frauchen ganz genervt rufen. Also nichts wie zurück, kurz Frauchen anschauen, fünf Schritte “normal” laufen und wieder zieht’s mich wie einen Magnet in den Wald. Ich höre wieder Frauchen rufen, doch diesmal noch genervter. Ich komme zurück und spüre den bösen Blick von Frauchen. Naja, wenn ich nicht in den Wald rennen darf, renne ich einfach mal gaaaaanz weit voraus. Ich höre hinter mir noch Petra fragen, “Was ist denn mit Aragorn los, der hat doch Hummeln im ....” und Frauchen berichtet von unserer tollen Obedience-Stunde und wieviel Spaß wir Zwei hatten. Wir waren insgesamt 1,5 Stunden unterwegs. Davon musste ich mind. 20 x schnell zu Frauchen zurücklaufen, weil ich zu weit voraus lief; 5 x wurde ich aus dem Wald gerufen und 1 x davon heftigst geschimpft; 1 x wälzte ich mich in einem Misthaufen, wobei Frauchen auch diesen Spaß beendete und 20 Minuten musste ich an der Leine laufen.

Als wir daheim angekommen sind, fragte Herrchen wie immer: “Hattet ihr Zwei viel Spaß”. Frauchen zog ihre Augenbrauen hoch und meinte: “Einer von uns zweien schon”.

So bin ich halt. Euer Aragorn
 

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